Offener Brief an die Stadt Aue

Geschrieben am: 19. Oktober 2012 von
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Die Stadt Aue und der FC Erzgebirge Aue – Wer profitiert von Wem?

 

Nachdem die Freie Presse in ihrer Auer Lokalausgabe am 09.Oktober, unter der Überschrift „Aue lässt Spendierhosen an: Extra-Hilfe für den Werbeträger“ -  http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/AUE/Aue-laesst-Spendierhosen-an-Extra-Hilfe-fuer-den-Werbetraeger-artikel8119668.php  – einen Artikel über den  beantragten Zuschuss für die neue Stadionzufahrt zu Papier brachte, sehen wir uns als Stadioninitative in der Pflicht, einige Dinge einmal näher zu beleuchten und zu hinterfragen.

Schon die boulevardübliche, reißerische Überschrift des Artikels lässt erahnen , wie der Tenor des Artikels sein wird.

Da ist die Rede davon, dass laut CDU-Stadtrat Hans Beck ein Freizeitsportverein sein Unverständnis darüber geäußert hat, dass man die Zweitligakicker mit einer Prämie belohnen möchte. Nur ging es beim beantragten Zuschuss mitnichten um eine Prämie für die Zweitligakicker, sondern um eine Baumaßnahme im Stadiongelände und eine Beschallungsanlage für die Wettkampfhalle der Ringer. Allerdings kann man mit  Sätzen über Prämien eher punkten, ebenso ist ein namenloser Freizeitsportverein eine sehr dürftige Argumentationshilfe.

Auch die Aussage von Stadtrat Christian Heydel (Freies Bürgerforum): „Ich geb’ kein Geld für elitäre Sponsoren. Hier geht’s nicht um den FCE, sondern um VIP-Gäste”, ist sehr interessant, denn anscheinend hat Herr Heydel sehr wenig Einblick in den Sachverhalt, über den er abstimmen soll. Weiterhin sieht er anscheinend das Geld der Stadt Aue als sein eigenes an. Geht man die Sponsorenliste des FCE durch, dann kann auch mitnichten die Rede von ‚elitären Sponsoren’ sein. Vielmehr engagieren sich  weit überwiegend Gewerbetreibende & mittelständische Firmen aus Aue und Umgebung beim FCE, um weiterhin Profifußball im Erzgebirge zu ermöglichen. Derartiges Engagement als ‚elitär’ zu brandmarken, ist doch sehr fragwürdig. Schließlich bilden eben diese Firmen die wirtschaftliche Basis der Stadt Aue und man kann durchaus davon ausgehen, dass Heimspiele des FCE für die Auer Wirtschaft mit einer Gewerbeschau bzw. einem Unternehmerforum gleichzusetzen sind.

Was in dem Artikel der Freien Presse mit keinem Wort erwähnt wird, ist die Tatsache, dass die neue Zufahrt Teil eines neu ausgearbeiteten Sicherheitskonzeptes für die Heimspiele der Profimännermannschaft des FCE ist. Bei der Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes saßen Vertreter des Vereins, der Polizei, des Landkreises und der Stadt Aue im Sommer gemeinsam am Tisch. Die Notwendigkeit der Zufahrt, für Medienvertreter, Einsatz-& Rettungskräfte und auch Sponsoren, war also seit Monaten bekannt, ebenso wie die ausgehandelte Finanzierung. Deshalb ist es uns, als Stadioninitiative, unbegreiflich, in welch populistischer Art und Weise dieses Thema jetzt hochgekocht wurde.

Dass man den Artikel noch mit halbgaren Fakten unter dem Oberbegriff ‚Zuschüsse der Stadt für den FCE’ garniert, sorgt ebenfalls für Kopfschütteln. Ein Vergleich der Aufwendungen mit der Landeshauptstadt Dresden ist schon vor dem Hintergrund, dass die Einwohnerzahl Dresdens mehr als 30(!!!)mal höher, als die von Aue ist, recht abenteuerlich. In dem Zusammenhang sollte man dann aber auch nicht verschweigen, dass man in Dresden vor Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und für 46 Millionen Euro einen zeitgemäßen Ersatz-Neubau des Stadions vollzogen hat. Währenddessen versucht man in Aue mit ca. 680.000 € pro Jahr, das deutlich in die Jahre gekommene und heutigen Standards nicht mehr entsprechende Stadion, mit geringst möglichem finanziellen Aufwand am Leben zu erhalten. Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang bleiben, dass es sich bei Dynamo Dresden, um einen reinen Männer-Fußball-Verein handelt, während der FC Erzgebirge Aue insgesamt 13 verschiedene Sportarten, mit mehr als 500 ‚Nicht-Fußballern’, unter seinem Dach vereint.

Für einen einigermaßen seriösen Vergleich  der Stadtzuschüsse zwischen Aue und Dresden hätte man also die anderen Sportarten entweder in Aue herausrechnen oder in Dresden mit einrechnen müssen. Da dies aber nahezu unmöglich ist, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen wurden.

Durch derartige Artikel wird der Stellenwert des FCE für die Stadt Aue in der Öffentlichkeit völlig falsch wiedergegeben.

Allerdings sollte jedem in Aue klar sein, dass die Stadt wesentlich mehr vom Verein FC Erzgebirge Aue profitiert, als dies umgekehrt der Fall ist. Zu nennen wäre vor allem die bundesweite Werbewirkung durch die Berichterstattung in den verschiedensten Medien – um eine derartige Werbewirkung für ihre Stadt zu erzielen, müssen andere Kommunen aufwendige Werbekampagnen starten. Ohne den FCE würde der Bekanntheitsgrad der Stadt Aue wohl, insbesondere in den alten Bundesländern, gegen null tendieren. Weiterhin schafft auch der FCE Arbeitsplätze, nicht nur für Profifußballer, man denke nur an die Geschäftsstelle, die Stadionverwaltung, die Betreuung der Nachwuchssportler und die Helfer bei den jeweiligen Veranstaltungen.

Hinzu kommt, dass in Zeiten des demographischen Wandels ein Nachwuchs-Internat, welches Jahr für Jahr Dutzende Schüler für Auer Schulen mit sich bringt, einen kaum zu beziffernden Wert  für die Schullandschaft in Aue hat. Wieviel Geld auswärtige Fußballfans bei Besuchen von Fußballspielen in Aue und Umgebung lassen, darüber liegen den Stadtverantwortlichen sicher genaue Zahlen vor – für den Tourismus in Aue ist der FCE eine nicht unwesentliche Komponente. Allerdings wirft dann natürlich ein bis heute unausgereiftes Verkehrs- und Parkplatzkonzept rund um die Heimspiele der Profimannschaft,  kein gutes Bild auf die Stadt Aue – speziell für auswärtige Besucher.

Für die Menschen in Aue und im gesamten Erzgebirge stellt der FCE ein wesentliches Freizeitangebot dar. Kaum eine andere Einrichtung im Erzgebirge kann mit den Besucherzahlen der Spiele bzw. der Sportveranstaltungen des FCE mithalten – wohlgemerkt mit derartiger finanzieller öffentlicher Unterstützung!

Nimmt man all diese Argumente zusammen, dann kommen wir als Stadionintiative zu dem Schluss, dass die Stadt Aue den Verein keineswegs übermäßig ‚subventioniert’, im Gegenteil.

Die Stadt Aue sollte endlich begreifen, dass der FCE DAS Aushängeschild für die Stadt Aue darstellt, welches maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung in und um die Stadt beeinflusst und welches auch DAS Zugpferd auf touristischer Ebene ist.

Das bisher äußerst zurückhaltende Engagement der Stadt Aue für den Verein kann daher absolut nicht nachvollzogen werden. Vielmehr ist es für die Stadt Aue zukünftig dringend geboten, auch in finanzieller Hinsicht alles ihr Mögliche zu tun, um den Profifußball in der 2.Bundesliga in Aue zu erhalten, denn dieser ist von elementarer Bedeutung für die Zukunft dieser Stadt auf fast allen Ebenen.

Insofern sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass dem Verein finanziell zur Seite gestanden wird, wenn vergleichsweise kleine Investitionen, wie für eine neue Zufahrtsstraße zum Stadion Gelder benötigt werden. Dass diese Straße dann auch von Sponsoren genutzt wird, steht insoweit in keinster Weise in Widerspruch hierzu, denn sind es doch gerade diese Firmen, die überhaupt die Grundlage dafür geschaffen haben und weiter schaffen, dass der FC Erzgebirge Aue im Konzert der 36 besten Vereine in Deutschland mitmischen darf! Folglich ist es auch im ureigensten Interesse der Stadt Aue, alles zu unternehmen, um diesen Sponsoren im Rahmen ihres Engagements bestmögliche Bedingungen im und um das Sparkassen-Erzgebirgsstadion zu bieten.

Initiative für ein modernes Sparkassen-Erzgebirgsstadion im Oktober 2012

 

Unterstützt von den Fanclubs

Aue-Mitte`82; Brünlasberg; KKN-Koma-Kolonne-Neustädtel; Die Treuen Aue Fans; Der 12. Mann Großrückerswalde; Fanclub waaansinn ´99; Auefans-Bernsbach; Ewige Freunde;  Einzelkämpfer; Wismut Veilchen;  Freiberger Knappen; Fanclubgemeinschaft Grubenlichter/Spinne; De Tannezappen; Oelsnitz/E.; STOLLBERG-WEST; Am Fallrohr

 

Sowie den Sponsoren

Montageservice Siebert; RA Alexander Lindner; Honda-Michen


5 Responses to Offener Brief an die Stadt Aue

  1. Peter Bachmann had this to say about that:

    Ich unterstütze die Initiative voll und ganz. Es gibt nicht viel Werbeträger für die Stadt Aue und das Erzgebirge, die bundesweit bekannt sind. Ich war jahrelang in ganz Deutschland unterwegs. Wenn ich gefragt wurde wo ich herkomme und Aue sagte kam immer als Antwort ” ah der FC Ergebirge Aue” selbst in abgelegensten Gebieten der alten Länder.

  2. Frank Nürnberger had this to say about that:

    Als seit mehr als 20 Jahren im “Westen” lebender ehemaliger Auer, dessen Herz auch heute noch für Wismut schlägt, kann ich nur 100%ig unterstützen: Auf meine Heimatstadt angesprochen gibt es ausschließlich eine Reaktion: “Ach so, Erzgebirge Aue, kenn’ ich!” Die Stadt Aue wäre ohne den FCE eine in den alten Bundesländern nahezu unbekannte Stadt; ist so insbesondere durch das positive Image des FCE und seiner Fans zumindest etwas bekannt!

  3. P.R.Schwarz had this to say about that:

    Ich unterstütze den den “Offenen Brief”
    zu 100%.
    Schade eigentlich, dass die Politik nichts erkennt oder erkennen will.
    Hoffe nur, dass der FCE trotz einiger Befindlichkeiten der Entscheidungsträger(Politker) noch lange Bestand haben wird.

  4. Heiko Weiß had this to say about that:

    Wismut-Fanclub *Am Fallrohr* unterstützt die Initiative und den offenen Brief.

    Lila weiße Grüße

  5. Gerd Lenk had this to say about that:

    Ein in Inhalt + Aussage kaum besser zu schreibender “Offener Brief”.
    Das der FP-Beitrag sich an das Geschmiere der bekannten Boulevard-Blätter anlehnt , verwundert schon …
    FAZIT : nicht nur die stadt Aue ist gefordert, sondern auch der Landkreis muß seiner Verantwortung gerecht werden !
    Das ist man dem Erzgebirge und seinen fleissigen Menschen hier einfach schuldig.

    Glück Auf

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